Bücher:
Jan Weiler - Maria, ihm schmeckt's nicht!
Nachdem ich das Buch vor über einem Jahr schon empfohlen bekommen habe, landete es nun irgendwie vor meiner Nase. Folglich kann ich es nun auch selbst anderen weiterempfehlen.
Der Untertitel "Geschichten von meiner italienischen Sippe" ist eigentlich schon eine umfassende Inhaltsangabe, denn, um die Schwäche des Buches vorwegzunehmen, der Ablauf stockt zumeist, auch wenn er linaer sein soll. Vielmehr gerät man von einer Episode zur anderen, man wechselt zwischen den gegenwärtigen Erlebnissen des Ich-Erzählers und den Jugend-Anekdoten von dessen Schwiegervater, Antonio. Jeder Auftritt von Antonio, der als italienischer Gastarbeiter in den 60ern nach Deutschland kam, sorgt dabei für Heiterkeit und Lacher. Allerdings wird auch die Situation Antonios in Deutschland und die Ablehnung gegenüber dem Italiener thematisiert, was dem Buch eine zusätzliche Botschaft verleiht, ohne die es wohl bei einem reinen Witzbuch geblieben wäre.
Fazit: Ein gutes Buch für zwischendurch (man hat die 250 Seiten schnell gelesen), dessen Späße zwar manchmal recht harmlos wirken, was allerdings nicht die Freude an der Hauptfigur Antonio trübt.
George Orwell - Farm der Tiere
"Farm der Tiere" gehört warscheinlich zu den Standardwerken in Sachen politischer Literatur. Wer die Comicverfilmung kennt, wird sich dessen vielleicht nicht bewusst sein, aber "ein Märchen" ist gewiss nicht die Geschichte der Sowjetunion, die Orwell mit Tieren nachzeichnet.
Die Tiere eines englischen Bauernhofes starten unter Anleitung der Schweine eine Revolution und vertreiben ihren menschlichen Besitzer. Aus der "Herrenfarm" wird die "Farm der Tiere". Doch lange währt das Glück nicht, zunehmende Machtkämpfe unter den Revolutionsführern sorgen für Unruhe, die Tiere müssen ihre Arbeit nun selbst verrichten und auch die Menschen haben noch lange nicht ihr Interesse am Produkt der Tiere aufgegeben.
Beeindruckend ist an Orwells "Farm der Tiere" die Art und Weise, wie Personen und Ereignisse der Sowjetunion parodiert werden. Exemplarisch ist das machtgierige Schwein Napoleon zu nennen, welches Stalin darstellen soll und dem besonnen Schneeball (Trotzki) gegenübersteht, welcher später zunächst vertrieben wird, dann als omnipräsenter, wie unsichtbarer Feind herhalten muss, dessen Verdienste für die Revolution zunehmend geleugnet und ins Gegenteil verkehrt werden.
Fazit: Wer sich für die Thematik ohnehin schon interessiert, dürfte seine Freude an der "Farm der Tiere" haben, für alle anderen ist es eine Gelegenheit sich dem Stoff mühelos zu nähern. Schon für die Botschaft (man beachte auch das Nachwort "Die Pressefreiheit") lohnt sich das Lesen.
(946)
Vor 6 Stunden
